Heiße Sommer, milde Winter

mögen, kurz gedacht, einen Vorteil darstellen. Natürlich -ganz zeitgemäß- nur einen materiellen, da man die Heizung runterdrehen kann. Und da es zu einer der merkwürdigsten menschlichen Eigenschaften gehört, nach Ursachen zumindest dann nicht zu fragen, wenn die Antwort unangenehm oder gar mit der Notwendigkeit einer grundlegenden Verhaltensänderung verbunden sein könnte, unterlässt man es lieber, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen.

Gibt ja auch Erfreuliches zur Klimaänderung zu berichten: Weniger vereiste Straßen, weniger Einsatz von Salz zur Glatteisbekämpfung.

Milde Winter waren auch schon zu Zeiten, da unsere Äcker nicht durch Unkrautvernichtungsmittel in Ödland verwandelt wurden, ein Graus. Teile der Ernten wurden durch Mäuse mit der Folge weggefressen, dass es regelmäßig zu Hungersnöten kam. Monsanto & Co. sei dank, die Mäuse haben den Lebensraum Acker verlassen. Recht klug von ihnen, weniger klug von den Menschen, die essen, was dort unter Zugabe von Gift und Dünger wäschst.

Andere Tierchen lassen sich nicht auf diese Weise vertreiben. Der Eichenprozessionsspinner fühlt sich in unseren noch nicht vergifteten Wäldern sauwohl, es folgen weitere Tierarten wie Mücken, die sich im erwärmenden Norden immer heimischer fühlen und uns so manche Krankheit bringen, die bisher nur im Süden wütete.

Dass es dazu kommen konnte, ist Werk von Menschenhand. Dass wir nichts Ernsthaftes dagegen unternehmen, ist menschentypisch … nur die unmittelbar bevorstehende Gefahr, nur die Gefahr die wir sehen und spüren, bewegt uns zu einem Umdenken, zu einem Handeln.

Wenn wir allerdings diesen Zeitpunkt erreicht haben, dann dürfte es für eine Umkehr zu spät sein.
Das intelligenteste Wesen auf dieser (noch) großartigen Erde geht an seiner Dummheit zugrunde.

 

 

Photo Michael Falke

 

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