Man muss schon genauer hinschauen

um zu erkennen, dass vor dem Riesenschiff eine ebenfalls riesige Empfangshalle steht.

AIDA …. ein fast magischer Name, ein schwimmendes Fünf-Sterne-Hotel, ein Meisterwerk der Ingenieurs-Kunst. Der Traum unzähliger Urlauber, die gerne eine Menge Geld an Bord lassen, um einmal, vielleicht auch öfters, im Leben das zu haben, was ihnen wohl ansonsten versagt bleibt.

Und die, die dafür nicht das nötige Kleingeld aufbringen können, stehen verzückt an der aufgestauten Ems oder blicken beim Hamburger Hafengeburtstag staunend die Bordwände hoch und haben irgendwie das Gefühl, vor einem kleinen Wolkenkratzer zu stehen, Zwerge zu sein.
Ginge mir vielleicht ähnlich. Es ist schon erstaunlich, welche technischen Leistungen Menschen vollbringen können. Irgendwie gilt das aber auch für den Panzer Leopard 2 oder für das Kampfflugzeug Eurofighter.
Ich sehe da noch mehr Ähnlichkeiten. Bei allen dreien handelt es sich um gigantische Umweltverschmutzer; der Schaden, den sie anrichten, ist mit Geld nicht aufzuwiegen, sie bringen die weitere Zerstörung der Umwelt mit sich, direkt oder indirekt vielfach auch den Tod.
Nun verstehe ich die Menschen, die von einer Urlaubsreise auf einem solchen Schiff träumen. Und natürlich sind Kriegsdamen und Kriegsherren fest davon überzeugt, dass der Einsatz hochtechnischen Kriegsgeräts auch moralisch nicht zu beanstanden ist … schließlich haben ja die anderen angefangen. Es sind immer die anderen.

So gesehen werde ich nie ehrfürchtig an der Ems stehen, ich werde Panzer und Kampfflugzeuge nie als Mittel der Politik akzeptieren, ich werde hoffentlich nie meinen Glauben daran verlieren, dass es bessere Wege gibt, für eine bessere Welt einzutreten.

Und die AIDA? Es gibt andere Wege zur Erholung, auch zum Luxus, bessere. Wäre schön, wenn sich die Passagiere, wenn sie von Bord gehen, darüber ein paar mehr Gedanken machen würden.

Bild Michael Falke

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